Die dezentrale Versorgung, also die nicht leitungsgebundene Versorgung über Wärmenetze, ist entscheidend für die Wärmewende. Bislang dominieren in Frankfurt am Main noch fossile Energieträger den dezentralen Bereich der Wärmeversorgung.
Im möglichen Szenario für dezentrale Wärmeversorgung liegt der Fokus auf der Umstellung von nicht-erneuerbaren Energieträgern wie Öl- und Gasheizungen hin zur Wärmeversorgung durch Wärmepumpen und Nahwärmelösungen.
Die Dekarbonisierung der Wärmenetze ist ein zentraler Baustein für die Wärmewende. Im Umbau der Wärmenetze liegt der Fokus auf der Erschließung von erneuerbaren und lokal verfügbaren Energiequellen. So lassen sich ganze Ortsteile oder Kommunen klimafreundlich versorgen – ohne dass jede einzelne Heizung zuhause ausgetauscht werden muss.
Die Grafik „Heizungsflow“ zeigt, wie der Mix der aktuell eingesetzten fossilen Energieträger in den Wohnungen in Frankfurt am Main voraussichtlich bis zum Jahr 2045 dekarbonisiert werden kann.
Links sind die heutigen Energieträger dargestellt – darunter fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl, aber auch Wärmenetze, Strom sowie erneuerbare Energien wie die Nutzen von Umweltwärme über Wärmepumpen oder Biomasse.
Die Verbindungslinien veranschaulichen den Weg hin zu einem klimaneutralen Zielszenario im Jahr 2045, in dem die fossilen Energieträger vollständig durch Erneuerbare ersetzt wurden. Dies zeigt deutlich: Eine 100 Prozent klimafreundliche Wärmelösung kann inFrankfurt am Main möglich sein.
Verbrauch 2022:
3.976 GWh
Verbrauch 2045:
3.019 GWh
In Frankfurt am Main wird sich im Szenario Wärmenetzausbau stark der Anteil von Gebäuden mit Wärmenetzanschluss von 15 % (2022) auf 30 % im Ziehljahr (2045) verändern. Die Gebäude ohne Wärmenetzanschluss werden zu rund 99 % mit Wärmepumpen geheizt.
Auch wenn viel über Wärmenetze gesprochen wird – letztlich sind individuelle sowie nachbarschaftliche Lösungen zur Umstellung auf klimaneutrale Heizungen bzw. kleinere Nahwärmenetze eher der Regelfall. Auch deshalb bedarf es für eine erfolgreiche – und damit auch eine sozial gerechte – Wärmewende eine zielgruppenorientierte Begleitung, Beratung und Unterstützung von Privatpersonen unter Beachtung ihrer unterschiedlichen Bedarfe und Lebensrealitäten.
Im Szenario Wärmenetzausbau stark wird im Zieljahr (2045) der Wärmenetzbedarf für Wohngebäude in Frankfurt am Main voraussichtlich etwa 919 GWh betragen. Im Vergleich dazu weist Frankfurt am Main ein erneuerbares Potenzial für grüne Wärmenetze von 367 bis 1697 GWh auf, das zur nachhaltigen Wärmeversorgung nutzbar gemacht werden kann.
Lassen sich nicht genug lokale erneuerbare Wärmepotenziale für den Wärmenetzbedarf in Frankfurt am Main heben, kann aufgrund der Nähe zum Wasserstoff-Kernnetz ggf. grüner Wasserstoff eingesetzt werden
Lassen sich nicht genug lokale erneuerbare Wärmepotenziale für den Wärmenetzbedarf in Frankfurt am Main heben, kann ggf. auf Wärme aus Müllverbrennungsanlagen in der Nähe von Frankfurt am Main zurückgegriffen werden. Obwohl bei der Müllverbrennung mitunter hohe Emissionen entstehen, kann sie laut Wärmeplanungsgesetz als Energiequelle für Wärmenetz eingesetzt werden.